Urspringschule schreibt Geschichte.

Die Stiftung Urspringschule wurde 1930 von Bernhard Hell gegründet, um auf gemeinnütziger und evangelischer Basis eine reformpädagogische Schule betreiben zu können. Er setzte sein väterliches Erbe ein und erwarb das Anwesen des ehemaligen Klosters Urspring – jenen „magischen Ort“. Urspring formt seitdem Generationen von Schülerinnen und Schülern – und gibt ihnen eine hervorragende Basis fürs Leben.
Dr. Bernhard Hell, Gründer Schulleiter von 1930-1941
Fritz Ehrecke, Gründer Schulleiter von 1941-1945

Urspring Chronik.

1995-heute
2015
Dr. Rainer Wetzler übernimmt gemeinsam mit Daniel Leichtner und Hans-Martin Meth die Leitung der Urspringschule.
2010
Die Urspringschule feiert im Sommer ihr 80-jähriges Bestehen.
2007
Ingrid Sund übernimmt die Leitung der Urspringschule.
2005
In Urspring wird eine Grundschule für die 3. und 4. Klasse eröffnet, die auf der Basis des Konzeptes von Maria Montessori unterrichtet. Der vierte Lehrberuf, Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik, wird in Kooperation mit Airbus Laupheim eingeführt.
2004-2008
Neubau des Betriebshofs, Abriss und Neubau Oberes Haus, Neubau Sporthalle, Umbau alte Turnhalle zum Ganztageszentrum (GTZ), umfassende Sanierungsarbeiten und Einbau der Metall- und Kunststoffwerkstätten im Pavillon.
1998
Ralph Junge gründet zusammen mit Michael Deckwerth ein Basketball Leistungszentrum in Urspring. Damit wird eine alte Tradition erfolgreich gespielten Basketballs an der Urspringschule aus den 1960er-Jahren und den frühen 1980er-Jahren aufgegriffen und organisatorisch sowie sportlich erfolgreich etabliert. Weiterhin gibt es seit diesem Jahr die Möglichkeit der Ausbildung zum Feinwerkmechaniker, Schwerpunkt Maschinenbau, als dritten Lehrberuf.

Ulrich Teuscher wird das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.
1997
Pfarrer Michael Deckwerth übernimmt das Amt des Leiters und Vorstands der Urspringschule.
1995
Genehmigung der Handwerkskammer zur Ausbildung im Damenschneiderhandwerk.
1970-1994
Alle Inhalte anzeigen
1989
Urspring wird nach langjähriger erfolgreicher Zusammenarbeit mit Jugendämtern bundesweit als Jugendhilfeeinrichtung anerkannt.
1986
Unter der Leitung des Schreinermeisters Günther Mayer beginnt die Ausbildung der Schreinergesellen.
1984/1985
Eine neue Mensa und ein neuer Küchentrakt werden am Ort des alten Kreuzganges errichtet.
1981
Die Dreikönigsmühle wird langfristig gepachtet und somit Teil von Urspring. Nach einem Brand im Heimbereich wird 1981 mit Unterstützung der freiwilligen Feuerwehr Schelklingen die Urspringer Feuerwehr gegründet.
1980
Die Urspringschule wird als eine der späten Folgen des verlorenen Prozesses gegen die Fischzucht Schnoop an das Abwassersystem der Stadt Schelklingen mit Hebewerk am Sportplatz angeschlossen.
1978
Mit großzügiger Unterstützung des Landes, der Robert Bosch Stiftung und des Diakonischen Werkes erfolgt der Neubau der Neuen Schule. Der von dem Architekturbüro Kilpper und Partner entwickelte Entwurf der Gebäude fügt sich in die alte Klosteranlage gut ein und bietet Platz für viele Fachräume, eine neue Bibliothek und eine große Schreinerei. 1978 wird die Schneiderei unter der Leitung der Schneidermeisterin Herta Waier aufgebaut.
1977
Zum Schuljahresbeginn 1977/78 wird mit dem integrierten Unterricht und dem Dekadensystem das bereits seit 1974 entwickelte neue Konzept Ursprings als Wohnschule mit der Einheit von Leben und Lernen umgesetzt. Dies folgte aus der Kritik an der Schule, bei der Unterricht und Hausaufgabenlernen desintegriert nebeneinander stehen. Der integrierte Unterricht erhält im Dekadensystem die erforderlichen variablen zeitlichen und räumlichen Bedingungen im Stundenplan.
1976
Die Klassen 6 und 7 ziehen von Mochental nach Urspring, wo die 5. Klasse eingeschult wird. Sigrid Teuscher übernimmt die vielfältig angewachsenen, nach innen und nach außen etwa zu Jugendämtern gerichteten, Aufgaben der Heimleitung.
1975
Die Tradition der Werkstätten wird in Urspring weitergeführt und die Töpferei beginnt im ehemaligen Gewächshaus (zwischen Gärtnerei und Oberem Haus) mit ihrer Arbeit. Der Stiftungsrat beschließt als Folge der wirtschaftlichen Belastung durch den verlorenen Fischzuchtprozess die Zweigschule Mochental aufzugeben und die Unterstufe zum Schuljahresbeginn 1976 nach Urspring zu überführen.
1974
Das Kulturministerium hat die Schulbaukommission im Januar 1974 nach Urspring zu einer Sitzung eingeladen, um den Bedarf nach einer umfassenden Sanierung und dem Schulhausneubau vor Ort zu prüfen. Im Rahmen dieser Sitzung wurde das Konzept des Schulhausneubaus erfolgreich vorgestellt und gleich die Anerkennung des Raumbedarfs als Finanzierungsvoraussetzung beschlossen.

Zum Jahresbeginn legt Schulleiter Teuscher der Schulgemeinde und dem Stiftungsrat das Arbeitspapier „Allgemeine Notizen zu einem Schulprogramm“ vor; Urspring als „Wohnschule“ wird darin erstmalig umrissen. Die baulichen Voraussetzungen werden angesprochen. Die neuen Pläne gewinnen Gestalt. Es wird an den Grundlagen und Organen des Zusammenlebens gearbeitet. Die Tages- und Wocheneinteilung wird durchdacht, diskutiert, erprobt. Aus dem „Kameradschaftsführer“ wird der „Mentor“. Die Paritätische Konferenz erstellt ihre Satzung; Mitarbeitervertretung, Schul- und Klassenpflegschaften treten in Aktion. (Zitiert nach Liesel Müller aus den Urspringnachrichten 1979.)

In der Konsequenz der wirtschaftlichen und pädagogischen Neuorientierung des Konzeptes der Urspringschule als reformpädagogische Wohnschule wird die Satzung der Urspringschule neu formuliert und eine Eröffnungsbilanz mit einer völligen Neubewertung der Liegenschaften Ursprings erstellt.
1973
Pfarrer Ulrich Teuscher wird Vorstand und Leiter der Urspringschule für fast 25 Jahre. Er löst Helmut Schieck ab, der 1974 das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen bekommt.

Im Dezember 1973 trifft die Urspringschule mit dem endgültig verlorenen langjährigen Prozess gegen die benachbarte Fischzucht Schnoop ein schwerer finanzieller Schlag, der aufgrund des hohen Schadensersatzes die Urspringschule an den Rand ihrer finanziellen Möglichkeiten brachte.

Die Urspringschule erhielt vom Kultusministerium die Genehmigung eines Finanzierungszuschusses zu den erforderlichen Sanierungsarbeiten an den Schulgebäuden. Vor dem Hintergrund der inzwischen stark erweiterten Bedarfe, neben einer Sanierung auch die Unterrichts- und Funktionsräume der Schule erneuern zu müssen, hat Stiftungsvorstand Teuscher den Zuschuss als unzureichend zurückgewiesen und den Antrag auf den Bau einer Neuen Schule unterbreitet.
1970
Errichtung des Pavillon-Gebäudes mit vier Klassenzimmern zum vierzigjährigen Gründungsjubiläum der Schule.
1946-1969
Alle Inhalte anzeigen
1967
Die Urspringer Ulrichskirche bekommt eine neue Orgel.
1963
Die neue (alte) Turnhalle wird gebaut und wirkt sich überaus fördernd für den Sport aus. 1964 wird zum ersten Mal mit großer Begeisterung Basketball gespielt. Weiterhin errichtet das Forstamt den Waldparkplatz.
1958
Die 1912 am Urspringtopf gebaute Genossenschaftsmühle wird in die Nutzung der Urspringschule überführt.
1956
Die Urspringschule hat inzwischen 200 Schülerinnen und Schüler.
1955
Am 24. März 1955 verstirbt Dr. Bernhard Hell und lässt die Urspringschule seiner Vorstellungen einer evangelischen Schulgemeinde, seines Wirkens und der Anfänge gedenken.
1953
Die Urspringschule erhält zum zweiten Mal vom Oberschulamt Tübingen die staatliche Anerkennung. Das Obere Haus wird auf der alten Kegelbahn als Unterkunft für Schülerinnen im Obergeschoss errichtet.

Des Weiteren wird die Propstei Mochental des Klosters Zwiefalten übernommen. Diese neue Zweigschule beheimatet bis 1976 die Unterstufenschüler.
1949
Pfarrer Helmut Schieck wird Vorstand und Leiter der Urspringschule. Er leitet die Schule ein Vierteljahrhundert und prägte sie maßgeblich.
1947
Pfarrer Erwin Palmer übernimmt die Leitung der Urspringschule und kann den Schulbetrieb trotz mannigfaltiger technischer und finanzieller Probleme mit begeisterungsfähigen Schülern und Lehrern wieder etablieren. Auf Anordnung des Gesundheitsamtes muss er 1949 sein Amt wegen eines alten Lungenleidens abgeben.
1946
Nach schwerer Erkrankung Fritz Ehreckes im Internierungslager erreicht seine Frau Anni zwar die Nachricht von der Entlassung ihres Mannes – er stirbt aber am 18. Juni 1946.

Ein Dreiergremium (Franzki, Baumann, Alfken) übernimmt ab Schuljahresbeginn kommissarisch die Schulleitung, nachdem Pfarrer Dieterich nach nur einem Jahr die Leitung der Schule wieder abgab – er war mit seinem Versuch, auch gegen den Willen des Kollegiums die Schule näher an die Kirche heranzuführen, gescheitert.
1929-1945
Alle Inhalte anzeigen
1945
Am 16. April findet vorläufig der letzte Schultag statt. Urspring wird von dem NS-Staat beschlagnahmt. Nach sechs Tagen nehmen die Amerikaner Urspring kampflos ein. Später werden die Franzosen Besatzungsmacht und richten im August ein Kinderheim für 200 Kinder ein. Am 1. August wird die Wiedereinrichtung Ursprings als Privatschule mit einem Schreiben der Landesregierung Württembergs unter der Leitung des Theologen Dr. Eberhard Dieterich wieder genehmigt.
1944
Am 1. April wird die Urspringschule auf Beschluss des NS-Staates verstaatlicht, und das Land Württemberg soll den Verkauf des Grundstücks und der Gebäude an den NS-Staat in die Wege leiten. Bedingt durch die Wirren des letzten Kriegsjahres kommt es nicht zum Verkauf.
1941
Nach zunehmenden Konflikten mit der NS-Bürokratie aufgrund seiner christlichen Überzeugungen und veröffentlichter Texte etwa zur „Ehre und Not der christlichen Bildungsschule“, in deren Folge an der Urspringschule keine Reifeprüfungen mehr abgenommen werden dürften, scheidet Bernhard Hell 1941 aus, um die Existenz der Urspringschule nicht zu gefährden. (Zitiert nach Urspringnachrichten 1981, Liesel Müller, S. 38.)
1937
Erstmals darf die Reifeprüfung in Urspring abgehalten werden. Mit Helmut Müller, genannt Meunier, kommt ein Lehrer und Erzieher nach Urspring, der als Kunsterzieher, Sportlehrer und Heimleiter in weit über 40 aktiven Jahren die Urspringschule und viele Generationen von Schülerinnen und Schülern zutiefst geprägt und beeindruckt hat.
1934
Die ersten vier Abiturienten bestehen ihre Abiturprüfungen, abgenommen in Ulm.
1933
Aus dem Krautacker wird der neue Sportplatz mit Aschenbahn errichtet.
1931
Trotz großer finanzieller Sorgen und Engpässe werden im Gärtnerhaus ein chemisches und ein biologisches Laboratorium eingerichtet. Mit vielen Spenden und unter großem Einsatz aller Urspringer können bei der maroden Kirche Dach und Fenster gesichert und ausgebessert werden. Im Herbst ist die Schülerzahl auf 36 angestiegen und es werden erstmalig Kameradschaften (5) gebildet. Die Schulgemeinde entsteht.
1930
Dr. Bernhard Hell und Fritz Ehrecke errichten am 2.4.1930 die Stiftung Urspringschule, am 2.5.1930 eröffnet die Schule mit vier Lehrern und sechs Schülern.
1929
Im Landschulheim am Solling in Holzminden verfasst Dr. Bernhard Hell seine Schrift „Die evangelische Schulgemeinde“. In den Sommerferien besichtigen Bernhard und Else Hell zum Verkauf stehende Objekte. Alle „fallen durch“, nur Urspring, das letzte, erscheint geeignet. Else Hell prüft im Herbst eine Woche lang die Bedingungen und Möglichkeiten und trifft dann die endgültige Entscheidung. Fritz Ehrecke wird zur Mitarbeit gewonnen. (Zitiert nach Urspringnachrichten 1979, Liesel Müller, S. 41.)
Menü schließen